Der neue Terminal 1-Pier des Flughafens München ist nun eröffnet und erweitert einen der wichtigsten Luftverkehrsknotenpunkte Europas um rund 100.000 Quadratmeter (≈1,08 Millionen Quadratfuß) an neuer Fläche. Mit NavVisdokumentierte der Flughafen München den Ausbau von der Rohbauphase bis zur Inbetriebnahme und schuf so eine zentrale Datenquelle das Gebäude im Laufe seiner Entwicklung.
Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2019, und im Laufe der Zeit fügten sich Tausende kleiner Entscheidungen zu dem fertigen Raum zusammen. Viele der wichtigsten davon sind nun nicht mehr zu sehen, da sie hinter Wänden und Decken verborgen sind. Kabeltrassen, technische Leitungen, bauliche Details und die Übergänge zwischen den Gewerken waren für einen Moment sichtbar, verschwanden dann aber, als der Terminal seine endgültige Form annahm.
Genau so soll das Bauwesen funktionieren. Das ist auch der Grund, warum eine zuverlässige Dokumentation so wichtig ist.
Denn auch wenn etwas verborgen ist, muss es dennoch zugänglich sein. Die Teams benötigen nach wie vor eine Möglichkeit, frühere Bauzustände noch einmal zu betrachten, zu überprüfen, was sich hinter den fertigen Oberflächen verbirgt, und nachzuvollziehen, wie das Terminal in den einzelnen Bauphasen entstanden ist.
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass der Flughafen München diese Geschichte nicht als Sammlung verstreuter Dateien, sondern als einheitliches, übersichtliches Archiv der baulichen Entwicklung des Gebäudes bewahrt hat.
Der Flughafen München hat mit NavVis Technologie. In dieser Zeit ist das dynamische Laserscanning zu einem festen Bestandteil der Dokumentation, Überprüfung und Verwaltung der Anlagen des Flughafens München geworden.
Für den Ausbau des Terminals 1 NavVis VLX wurde eingesetzt, um das Projekt an wichtigen Meilensteinen der Bauarbeiten zu dokumentieren:
Jede Aufnahme hielt den Terminal zu einem bestimmten Zeitpunkt fest. Anstatt sich ausschließlich auf überarbeitete Zeichnungen oder vereinzelte Fotodokumentationen zu stützen, erstellte der Flughafen München einen strukturierten, zeitbezogenen Datensatz, der zeigt, wie sich das Gebäude vom Rohbau bis zur fertigen Umgebung entwickelte.
Alle erfassten Daten sind abrufbar in NavVis IVION, der räumlichen Twin-Plattform für Unternehmen, auf der Teams virtuell durch das Gelände navigieren, Messungen vornehmen und die beobachteten Zustände mit BIM CAD verknüpfen können.
Bei Projekten dieser Größenordnung werden kritische Systeme frühzeitig installiert. Haustechnik, Kabelrinnen, Brandschutzvorrichtungen und bauliche Details werden sorgfältig angeordnet, bevor die Decken geschlossen und die Oberflächen fertiggestellt werden.
Und sobald man sich darin befindet, verschwindet die direkte Sicht.
Durch die Speicherung von Scans ab der Rohbauphase war der Flughafen München in der Lage, bei Bedarf frühere Bauzustände jederzeit erneut zu betrachten. Die technischen Teams konnten verdeckte Installationen überprüfen, ohne Oberflächen wieder öffnen zu müssen. Sie konnten Routing bestätigen und Abstände überprüfen, lange nachdem diese Bereiche bereits verschlossen worden waren.
Bei einem Bauprojekt auf 100.000 Quadratmetern kommt es fast immer zu Anpassungen. Installationen werden verlegt. Details werden verfeinert. Interfaces den Gewerken müssen koordiniert werden. Mit zahlreichen Meilensteinen, die im Inneren zugänglich sind NavVis IVIONkonnte der Flughafen München verschiedene Phasen desselben Projekts in einer gemeinsamen räumlichen Zwillingsumgebung vergleichen. Die Bauausführung konnte anhand von BIM CAD überprüft und Abweichungen im Kontext bewertet werden.
Dies ermöglichte strukturierte Koordinierungssitzungen, Arbeitsabläufe zur Qualitätssicherung und klarere Übergabeprozesse während der Projektdurchführung. Die Diskussionen basierten auf der messbaren Realität vor Ort und nicht auf Erinnerungslücken.
Da das Gebäude nun im regulären Betrieb ist, erweist sich diese Kontinuität als besonders praktisch. Fragen lassen sich anhand der erfassten Daten klären, anstatt auf bruchstückhafte Unterlagen zurückgreifen zu müssen.
Der Ausbau des Terminals 1 ist Teil einer umfassenderen Strategie des Flughafens München.
Seit 2015 NavVis dynamische Laserscansysteme und NavVis IVION den Flughafen München bei verschiedenen geschäftskritischen Anwendungsfällen unterstützt, darunter:
Im Laufe der Zeit hat sich das dynamische Laserscanning zu einem festen Bestandteil der Verfahren entwickelt, mit denen der Flughafen die Übereinstimmung zwischen der physischen Infrastruktur und den digitalen Plänen sicherstellt.
Das gehört zum operativen Instrumentarium.
Mit der zunehmenden Reife digitaler Bauprozesse fließen Daten aus der erfassten Realität immer häufiger direkt in die Modellierungsumgebungen ein.
Durch die Integration mit QBITEC werden Punktwolkendaten aus NavVis IVION direkt in Autodesk Revit gestreamt werden. Dies unterstützt strukturierteBIM , ohne dass vollständige Datensätze extern heruntergeladen, zugeschnitten und erneut verarbeitet werden müssen.
Modellierungsteams können sich gezielt auf die Teile des Gebäudes konzentrieren, die für eine bestimmte Aufgabe relevant sind, wodurch der Kontext erhalten bleibt und gleichzeitig der manuelle Dateiaufwand reduziert wird. Dies sorgt für einen effizienteren Weg von den erfassten Bestandsdaten zum aktualisierten digitalen Modell.
Bei einer komplexen Anlage wie einem Flughafenterminal unterstützt diese Kontinuität zwischen der physischen Erfassung und BIM sowohl die Projektabwicklung als auch das langfristige Facility Management.
Seit der Eröffnung des Terminal 1-Pier profitieren die Passagiere von einer erhöhten Kapazität und neuen Bereichen, die auf Bewegungsfreiheit und Vernetzung ausgelegt sind.
Hinter dieser sichtbaren Erweiterung verbirgt sich eine detaillierte digitale Dokumentation darüber, wie das Gebäude errichtet wurde. Rohbau. Installierte Systeme. Schrittweise Verfeinerungen. Jede Phase wurde festgehalten.
Für den Flughafen München dient dieser Rekord als Grundlage für den heutigen Betrieb und zukünftige Umbauten. Er verringert die Unsicherheit bei der Planung von Renovierungsarbeiten und sorgt für Kontinuität, wenn sich Teams ändern und die Infrastruktur weiterentwickelt.
Da Flughäfen immer komplexer und digitaler vernetzt werden, wird die Pflege eines zuverlässigen räumlichen Zwillings zu einem wesentlichen Bestandteil eines verantwortungsvollen Infrastrukturmanagements.
Mit dem Ausbau des Terminals 1 schafft der Flughafen München nicht nur neue Flächen, sondern entwickelt auch ein konsequentes Konzept für deren langfristige Nutzung.